Landschaftspflege

Beispiel: Obstbaumschnitt

Egal, ob 500 neue Hochstämme für den Erwerbsobstbau oder ein einzelner für den Reihenhausgarten: Qualität ist auch bei Bäumen wichtig. Mindestens 1,80 Meter Höhe sollte der Stamm des jungen Bäumchen bis zum ersten Ast haben. Damit wird später die Mahd der Obstwiese mit dem Trecker oder die Beweidung mit Schafen und Rindern erheblich erleichtert. Außerdem macht es eine große Stammhöhe wahrscheinlicher, dass einige Jahrzehnte später Spechte ihre Höhlen im Baum bauen.

 

Service und Adressen rund um Streuobst

Blühendes Idstein

Pilotfläche Stolzwiese - Es blüht
Pilotfläche Stolzwiese - Es blüht

Raubbau im Buchenwald

NABU fordert nachhaltige Bewirtschaftung ein


 

„Es ist kein Geheimnis mehr, dass seit einigen Jahren in älteren Buchen- und Buchenmischwäldern unseres Landes in zunehmendem Maße und flächendeckend für schnelles und gutes Geld Altbuchen eingeschlagen werden. Sind die hiebreifen Bäume geerntet, dann wird auch in jüngere Bestände eingegriffen“, stellt Horst Bender vom NABU Idstein fest. So auch in diesem Winter in den Distrikten oberhalb des Naturdenkmals 'Drei Eichen'. Bender wörtlich: „Die Jahresringe der gefällten Stämme beweisen, dass die meisten Bäume keine 100 Jahre alt geworden sind. Normalerweise liegt die Hiebreife bei 120 bis 150 Jahren. Das heißt mit anderen Worten: diese Bäume hätten noch viele Jahrzehnte wachsen und Holz produzieren können. Auch hätten sie z. B. noch mehr als 100 Jahre lang das klimaschädliche CO² aus der Luft filtern und im Holz neutral einlagern können. Die derzeitige massive Durchforstung entspricht also nicht mehr gängiger bewährter Forstwirtschaft nach dem Grundsatz 'Holz wächst an Holz', was nichts Anderes besagt, als dass der Holzzuwachs eines Baumes um so größer ist, je älter und damit dicker sein Stamm wird. Die nun eingetretene erhebliche Verjüngung und Auslichtung der Buchenwälder hat irreparable negative Folgen für den Lebensraum von Pflanzen und Tieren zur Folge. Der Raubbau an den Buchenwäldern mit dem Ziel der Gewinnoptimierung geschieht auf Kosten kommender Generationen. Um den Waldzustand von vor 10 Jahren wieder erreichen zu wollen, dürfte dort jahrzehntelang kein Einschlag mehr erfolgen. Vor diesem Hintergrund erscheint auch eine angestrebte Zertifizierung in einem ganz neuen Licht, wenn Kernzonen aus der Nutzung genommen werden sollen, in denen sowieso nichts mehr zu nutzen ist“.

 

Bender, der seit Jahrzehnten die Bestände der Greifvögel im Idsteiner Land erfasst, musste die Erfahrung machen, dass diese Vögel stark ausgelichtete Bestände als Bruthabitate aufgeben und abwandern. Das gelte erst recht für den störungsempfindlichen Schwarzstorch, und auch der Schwarzspecht fände kaum noch geeignete Bäume, um in ihnen seine geräumigen Höhlen zu zimmern. Er kommt zu dem Schluss, dass die derzeitige Form der Waldbewirtschaftung alles andere als nachhaltig sei, zumal es Buchenwälder nur in Mitteleuropa gäbe und somit unbedingt erhaltenswert seien. In diesem Zusammenhang kann er nur sein Befremden darüber zum Ausdruck bringen, dass die staatliche Forsteinrichtung 'Hessen Forst' der Ausbeutung der Buchenwälder entweder aus falsch verstandener politischer Rücksichtnahme nicht entgegenwirken kann oder auch gar nicht will. Die wertvollen Buchenbestände des Kellerwaldes wurden aufgrund ihrer Einmaligkeit mit Recht als Nationalpark ausgewiesen. Das berechtige aber noch lange nicht dazu, die ebenso wertvollen übrigen Buchenwälder des Landes rücksichtslos auszubeuten. Er appelliert daher dringend an die Vernunft und Einsicht aller verantwortungsbewussten Bürger, Politiker, und Mandatsträger, ihren Einfluss dahingehend geltend zu machen, den Ausverkauf dieser Laubbaumart möglichst umgehend zu stoppen, zumal es derzeit sowieso bereits fünf nach zwölf sei.