Wichtige Information

Liebe Naturfreunde,

 

aufgrund der aktuellen Situation und den damit verbundenen Empfehlungen, gelten auch für den NABU Idstein sowie unsere Veranstaltungen erschwerte Bedingungen.

Sobald Veranstaltungen wieder stattfinden, informieren wir an dieser Stelle sowie über unseren Newsletter.

 

Vielen Dank für das Verständnis.

Willkommen beim NABU Idstein

Wir sind ca. 750 Aktive aus Idstein und Umgebung. Seit mehr als 60 Jahren kümmern wir uns um den Naturschutz in unserer Stadt und den umliegenden Dörfern. Besonders am Herzen liegen uns unsere Streuobstwiese, die Vernetzung von Biotopen, die Nistkastenpflege und die Organisation von Exkursionen durch unser Gebiet.

 

Wir freuen uns über ehrenamtliche Helfer, kluge Ideen und tatkräftige Unterstützung, egal ob regelmäßig oder punktuell. Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns per E-Mail oder schauen Sie am besten gleich persönlich vorbei – selbst wenn Sie wenig Zeit haben, jeder Einsatz zählt.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, denn man muss kein Biologe sein, um Sträucher zu schneiden oder Nistkästen aufzuhängen. Unsere Fachleute stehen Ihnen dafür mit Rat und Tat zur Seite. Auch Helfer für das Greifvogel-Monitoring, die Schwalbenzählung und die Feldlerchen-Kartierung sind willkommen.

 

Beim NABU aktiv zu sein lohnt sich: Sie erleben Natur, treffen andere Naturfreunde und engagieren sich für eine gute Sache. Pflegeeinsätze an der frischen Luft halten Sie in Bewegung und nutzen Ihrer Gesundheit. Beim NABU lernen Sie viel über Natur und Umwelt dazu. Unser Wissen geben wir in zahlreichen Kursen und Fortbildungen weiter.

 

2019 feierte der NABU Deutschland seinen 120. Geburtstag. Ein stolzes Alter und ein langer, erfolgreicher Weg, den unser Verband seit seiner Gründung durch die „Vogelmutter“ Lina Hähnle zurückgelegt hat. Mit dem Vogelschutz begann alles, und auch heute noch steht der Einsatz für unsere Vögel und ihre Lebensräume im Zentrum der NABU-Aktivitäten: vom Paradiesvogel zur Feldlerche. Doch schon längst hat sich das Spektrum unserer Herausforderungen erweitert: Wir engagieren uns für eine naturverträgliche Landwirtschaft, in der Insekten und Vögel eine Zukunft haben. Wir kümmern uns um den Schutz der Meere, streiten für eine umweltverträgliche Energiewende und entwickeln Konzepte zur Abfallvermeidung. Und wir mischen uns in die politischen Debatten ein, vor Ort, in Berlin und in Brüssel.

Wir freuen uns auf Sie

 

Beim NABU können Sie sich mit anderen Naturfreunden für die Natur vor Ihrer Haustür engagieren.

Helfen Sie mit: als Mitglied, als ehrenamtlicher Helfer in unserer NABU-Gruppe oder mit einer Spende!

 

Kontakt

 

NABU Idstein Ansprechpartner Christine Ott

Emailadresse: NABU-idstein@gmx.de

Infos und aktuelle Termine unter: "Jahresprogramm und Veranstaltungen"

 

Gruppentreffen

 

Datum: jeden 1. Montag im Monat

Ort: Hotel "Felsenkeller", Schulgasse, Idstein

Zeit: 19:45 - 21:30 Uhr

 

Während der Schulferien ist unser Vereinslokal geschlossen.

Bitte in unserem Jahresprogramm die Termine überprüfen.

 

Spendenkonto

 

NABU Idstein

Nassauische Sparkasse

IBAN DE34 5105 0015 0352 0084 86 BIC: NASSDE55XXX

 

Kleine Kobolde im Garten

Gartenschläfer mögen alte Bäume und naturnahe Gärten. Foto: Wolfgang Jost
Gartenschläfer mögen alte Bäume und naturnahe Gärten. Foto: Wolfgang Jost

 

Mit etwas Glück kann man noch jetzt im Spätsommer bei uns kleine Kobolde sehen: Bilche. Mit ihren großen dunklen Augen sind sie für nächtliche Streifzüge gut gerüstet. Bilche gehören zu den Nagetieren. Bei uns in Hessen gibt es drei Arten: Siebenschläfer, Gartenschläfer und Haselmaus. Die beiden letzten Arten stehen in Deutschland sogar auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Im Spätsommer und Herbst bereiten sich die Tiere auf den Winter vor um die dunkle Jahreszeit einfach tief und fest zu verschlafen.

 

Wie sein Name vermuten lässt, kann uns der Gartenschläfer auch gerne im naturnahen Garten und im Siedlungsbereich begegnen. Er frisst neben pflanzlicher Kost wie Sämereien, Früchten und Knospen vor allem gerne tierisches wie Insekten, Würmer, Schnecken oder kleine Mäuse und kann sich damit im Garten als Nützling erweisen.

 

Leider begegnen den geschützten Tieren auch hier immer wieder Gefahren. So können zum Beispiel Schlagfallen für Mäuse auch für Gartenschläfer den Tod bedeuten. Das Ausbringen dieser Fallen sollte daher extrem gut überlegt sein, denn neben den Bilchen können auch Igel, Eichhörnchen oder Haustiere in die Fallen geraten und schwerste Verletzungen erleiden.

 

Neben der Nutzung von Lebendfallen, die allerdings täglich mehrfach kontrolliert werden müssen und bei denen auch vorab geklärt werden muss, wo ein gefangenes Tier überhaupt wieder ausgesetzt werden kann, empfiehlt der NABU vor allem Maßnahmen zur Vorbeugung. So werden Mausefallen bestenfalls gar nicht nötig. Dazu zählen unter anderem dicht geschlossene Vorratsstätten und -behälter, keine offen zugänglichen Abfälle, Ultraschallgeräte oder klappernde Boden-Windspiele, deren Geräusche bei Mäusen in der Erde nicht beliebt sind.

 

Gartenschläfer wirken mit ihren großen Augen und der Gesichtszeichnung wie kleine Kobolde. Foto: Wolfgang Jost
Gartenschläfer wirken mit ihren großen Augen und der Gesichtszeichnung wie kleine Kobolde. Foto: Wolfgang Jost

Mobilität im Rheingau-Taunus-Kreis

Derzeit führt die Kreisverwaltung des Rheingau-Taunus eine Umfrage zum Thema Verkehrsplanung und Mobilität durch. Hier kann jeder Bürger des Kreises sich beteiligen und von der Politik diskutierte Maßnahmen für die verschiedenen Verkehrsmittel wie Rad, Bahn und Auto gewichten. Nur einige Beispiele: stärkere Berücksichtigung der Radfahrer bei Neuplanungen von Straßen, Schaffung durchgängiger Radwege, Ausbau der S-Bahnlinie S2 bis nach Idstein, bessere Umsteigemöglichkeiten zwischen den Verkehrsmitteln. Die Umfrage ist zu finden unter: www.zusammen-zukunft.de, Bearbeitungszeit ca. 5-10 min. Die Umfrage läuft bis 30. September.

Solarenergie ja! Aber der Standort machts

NABU Idstein sieht Solarpark am Rosenkippel kritisch

 Auf der Fläche zwischen der Autobahn A3 und dem Rosenkippel soll nach Vorstellungen der Stadt Idstein ein Solarpark entstehen. Der NABU Idstein sieht die Errichtung eines Solarparks in der freien Landschaft, auch auf landwirtschaftlichen Flächen, grundsätzlich kritisch. Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA) führen durch die zunehmende Flächeninanspruchnahme wie zum Beispiel durch andere erneuerbare Energien, Siedlung, Verkehr sowie andere anthropogene Nutzungen zu einem verstärkten Druck auf die Landschaft. Der NABU hält Solaranlagen auf Gebäuden und bereits versiegelten Flächen (z.B. Parkplätzen) für sinnvoller, um dem Flächendruck auf die freie Landschaft zu begegnen. Um die gesetzlich geforderte Vermeidung von Eingriffen in Natur und Landschaft zu erfüllen, müssen im Rahmen der Bauleitplanung entsprechende Alternativen und Potenziale untersucht und bewertet werden. Der fast acht Hektar große Solarpark führt an dem geplanten Standort zu einem massiven Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild.

 

Der NABU befürwortet grundsätzlich den naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien und damit auch von Photovoltaikanlagen, die einen wichtigen Teil zur Umsetzung der Energiewende beitragen. Jedoch muss der Fokus beim Ausbau der Photovoltaik verstärkt auf die Dachanlagen von Gebäuden und befestigten Flächen gelegt werden. Hier besteht ein großes Potenzial, das noch nicht ausgeschöpft ist, auch im öffentlichen Bereich..

 

Bei einem Solarpark "auf der grünen Wiese" sind wesentliche ökologische Aspekte zu beachten und bei der Entscheidung als Mindesstandarts festzulegen. Wenn schon Ackerflächen für Solarenergiegewinnung genutzt werden sollen, muss unter den Solarmodulen extensiv bewirtschaftes Grünland (bzw. Blühflächen) entstehen, das der Natur in einer intensiv genutzen Kulturlandschaft geschützte Bereiche bietet. Mit einem konkreten Konzept für die ökologische Aufwertung der Flächen könnten gezielt weitere Verbesserungen z. B. hinsichtlich Strukturvielfalt, Schutz bodenbrütender Vogelarten oder gezielte standortgemäße Anpflanzungen umgesetzt werden. Unter den Modulen sind extensiver Bewuchs und Pflege vorzusehen, die Aufständerung ist entsprechend zu gestalten.

 

Der Gesamtversiegelungsgrad der Anlage darf inklusive aller Gebäudeteile nicht über 5 Prozent der Fläche betragen. Der Anteil der die Horizontale überdeckenden Modulfläche darf 50 Prozent der Gesamtfläche der Anlage nicht überschreiten. Die Tiefe der Modulreihen darf maximal 5 Meter betragen.

 

Die Einzäunung der Anlage ist so zu gestalten, dass sie für Kleinsäuger und Amphibien keine Barrierewirkung entfaltet. Dies kann durch einen angemessenen Bodenabstand des Zaunes oder ausreichende Maschengrößen im bodennahen Bereich gewährleistet werden. Der Einsatz von Stacheldraht ist insbesondere im bodennahen Bereich zu vermeiden. Außerhalb der Einzäunung der Anlage soll ein mindestens 3 Meter breiter Grünstreifen mit naturnah gestaltetem Heckenbewuchs vorgesehen werden. Die Ableitung des Stromes soll nicht mit der Installation neuer Freileitungen verbunden sein.

 

Die Pflege der Anlagenfläche erfolgt nach ökologischen Grundsätzen nachhaltig mit Schafbeweidung oder Mahd, ohne den Einsatz synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie von Gülle und sonstigen Chemikalien zur Reinigung der Module. Die Entwicklung des Naturhaushalts auf der Anlagenfläche wird mit einem geeigneten Monitoring regelmäßig dokumentiert. Dazu genügen in der Regel jährliche Begehungen mit einem Experten, um den Zustand der Fläche vor und nach Errichtung des Solarparks anhand von Charakterarten der Tier- und Pflanzenwelt miteinander vergleichen zu können.

 

Turmfalken-Nachwuchs im Hexenturm

Fotos. Stefan Gärth
Fotos. Stefan Gärth

 

Streuobst für Ehrenbach

 

 

In einer Besprechung des Arbeitskreises "Blühendes Idstein", zu dem auch der NABU Idstein gehört, stimmten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für die Anlegung einer weiteren Streuobstwiese in Idstein. Ein privater Grundstückseigner stellte dem AK freundlicherweise eine Fläche in Ehrenbach für diese Maßnahme zur Verfügung. 37 Obstbäume wurden dort gepflanzt.

 

Der Grundstückseigner hatte einen Antrag an die Untere Naturschutzbehörde (UNB) zur Mitfinanzierung gestellt. Aufgrund der Finanzierungszusage der UNB und der Unterstützung einiger Idsteiner Sponsoren – auch die Stadt Idstein half mit einem Betrag – konnten wir die Anpflanzung der Bäume durch eine Fachfirma in Auftrag geben. Gleichzeitig vereinbarten wir mit der Baumschule, 11 Obstbäume die an der Streuobstwiese an der Hohen Straße abgegangenen waren, zu ersetzen. Christine Ott als Vorsitzende des NABU in Idstein unterschrieb zudem eine entsprechende Pflegevereinbarung.

 

Zwischenzeitlich konnte auch in Zusammenarbeit mit einem Wörsdorfer Landwirt erreicht werden, dass dieser unter finanzieller Mithilfe des Imkervereins "Idsteiner Land" eine größere Blühfläche an der Hohen Straße einsäte.

 

Den Akrobaten der Lüfte ein Zuhause bieten

 

Für viele sind sie die Vorboten des Sommers: unsere Schwalben. Ab Ende März kehren die Rauchschwalben aus ihren afrikanischen Winterquartieren zu uns zurück um zu brüten. Ihre Vettern, die Mehlschwalben, folgen ihnen ein paar Wochen später. Sehr gerne kommen die Vögel dabei an ihre alten Niststandorte zurück und nutzen bereits bestehende Nester. Rauchschwalben, gut zu erkennen an ihrer orangeroten Kopfzeichnung und dem sehr langen, gegabelten Schwanz, brüten am liebsten in Ställen, Scheunen oder Schuppen. Im Idsteiner Land nutzen sie auch sehr gerne überbaute Hofeinfahrten in den alten Ortskernen. Mehlschwalben hingegen fehlt die bunte Farbe am Kopf. Sie haben einen dunklen Rücken und einen mehlig weißen Bauch. Im Gegensatz zu den Rauchschwalben bauen sie ihre Nester in über 4 Meter Höhe unter Dachvorsprüngen an der Außenseite von Gebäuden.

 

Pro Brut kann ein Mehlschwalbenpaar drei bis fünf Junge aufziehen. Bei den Rauchschwalben können es sogar drei bis sechs Jungvögel sein. Bei guter Witterung und ausreichend Nahrung in Form von Insekten, können Schwalben in einem Jahr sogar mehrfach brüten. Brütende Schwalben in der Nähe zu haben lohnt sich, denn pro Jahr werden in nur einer Schwalbenfamilie rund 250.000 Insekten verfüttert – darunter viele Fliegen und Mücken.

Durch das Anbringen von Kunstnestern kann man insbesondere Mehlschwalben gut helfen, denn oft ist es für die Flugkünstler in unserer Landschaft schwer ausreichend Lehm als Baumaterial für die Nester zu finden. Mehlschwalben brüten am liebsten in Gruppen. Neue Nester in der Nähe bereits bestehender Kolonien werden daher am ehesten angenommen. Um Fassaden und den Boden unter den Nestern vor Verschmutzungen zu schützen, empfehlen sich sogenannte „Kotbretter“. Dabei kann ein 25-30 cm tiefes Holzbrett ca. 50 cm unter den Nester an der Hauswand angebracht werden um die Hinterlassenschaften aufzufangen.

 

Jedes Jahr vergibt der NABU die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ an Bürger, die sich für den Schutz der Schwalben stark machen und die charismatischen Flieger bei sich willkommen heißen. Mehr Informationen dazu gibt es hier. Idsteiner Bürger können sich auch gerne direkt unter nabu-idstein@gmx.de auf die Plakette bewerben.

Mehlschwalben (links+Mitte) und Rauschwalbe (rechts) - Foto: Sarah Lehmann.
Mehlschwalben (links+Mitte) und Rauschwalbe (rechts) - Foto: Sarah Lehmann.

Steinkäuze willkommen!

 

Der Arbeitskreis „Blühendes Idstein“ unterstützte mit einem Praktikums-Projekt „Ansiedlung von Steinkäuzen“ Schüler der Idsteiner Feldbergschule im Rahmen des Nachmittagsunterrichtangebots Erlebnisschule Wald.

Steinkäuze zählen mit ihrer Körpergröße von rund 20 cm zu den kleinsten Eulen und sind mittlerweile auch im Idsteiner Land wieder beheimatet. Streuobstwiesen bieten einen optimalen Lebensraum für diese Eulen Art, denn sie benötigen zum Jagen bevorzugt offenes, reich strukturiertes Kulturland und möglichst alte Baumbestände, in denen sie Höhlen zum Nisten finden.

Da alte Baumbestände immer weniger werden, hat sich der Arbeitskreis „Blühendes Idstein“ in den letzten Jahren entschieden, den alten Obstbaumbestand an der Hohen Straße mit über 70 Bäumen zu ergänzen.

Zusammen mit den Praktikanten der Feldbergschule wurden nun auf der Streuobstwiese zwei mardersichere Steinkauz-Röhren als Nisthilfe angebracht, um den Bestand dieser seltenen Eulen im Idsteiner Land auch zukünftig zu sichern.

Von links nach rechts: Anke Steinhof, Sebastian Kowalski, Christine Ott und Karl Horn (Arbeitskreis Blühendes Idstein), Foto: Fr. Passarge.
Von links nach rechts: Anke Steinhof, Sebastian Kowalski, Christine Ott und Karl Horn (Arbeitskreis Blühendes Idstein), Foto: Fr. Passarge.

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